Edelmetallminen bedrohen Landwirtschaft und Bio-Produktion in Nordperu

Seit 2009 unterstützen die Baden-Württemberger Solidaritätsgruppen das "Regionale Netzwerk Wasser, Entwicklung und Demokratie" (Red Agua Desarollo Democracia) in Nordperu, das im Verwaltungsgebäude von PROGRESO untergebracht ist. Dieses Netzwerk befasst sich mit den ungelösten Land- und Umweltkonflikten in Bezug auf die Ausbeutung von Edelmetallminen. Von den vierhundert Konfliktzonen in Peru befinden sich auch zwei in der Projektregion: Zum einen ist es Rio Blanco in der Provinz Ayabaca, von der ein Teil des Pidecafés stammt, zum anderen Tambogrande, wo vorwiegend Mangos, Zitronen und Trauben angebaut werden.


In beiden Gebieten stellte sich eine Mehrheit von über 95% der Bevölkerung in Volksentscheiden gegen die Ausbeutung der Gold-, Silber- und Kupferminen, da eine Verseuchung und Übernutzung der Grundwasser- und Oberflächenwasser-Reserven zu befürchten ist, u.a. durch Quecksilbereinsatz. Ein biologischer Anbau von Nutzpflanzen wird aufgrund der Minenstäube des offenen Tagebaus und verseuchtem Wasser unmöglich. In der Landwirtschaft und deren vor- und nachgelagerten Bereichen sind zudem ein Vielfaches an Arbeitskräften beschäftigt, als in den Minen arbeiten könnten.

Es geht aber auch um die Lebensgrundlagen und die Gesundheit der Menschen: Nur zu gut wissen die Projektpartner, dass in minengeschädigten Regionen Perus wie z.B. Cajamarca und La Oroya die Menschen krank werden und früh sterben. Das Wort "Bleikinder" gehört dort zum Sprachgebrauch. Das Regionale Netzwerk bringt die Menschen zusammen und organisiert den Widerstand gegen die geplanten Minen, deren Betreibergesellschaften durch die peruanische Regierung bereits Konzessionen zum Abbau erhalten haben. Es werden Demonstrationen organisiert, Konferenzen abgehalten und Infobroschüren sowie Flugblätter erstellt. Von den Minengesellschaften und staatlichen Organen bedrohte Minengegner/innen, die oft auch Opfer von Gewalt werden, unterstützt das Netzwerk in gerichtlichen Auseinandersetzungen ebenfalls, auch ihren Familien wird geholfen. Pro Jahr fließen Extra-Spendengelder aus Baden-Württemberg in diese wichtige Arbeit.